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Unser kleiner Blog hat uns mit erfreulichen Klickraten in den bisher wenigen Monaten seines Bestehens sehr überrascht. Euch möchten wir deswegen für den Support herzlich danken. Durch Euer Interesse für unsere Themen habt Ihr unserer Motivation zusätzlichen Schub verliehen und unserem Schreiben hier einen Sinn gegeben. Schön zu sehen, dass noch viele andere unsere Interessen teilen und sich für die gleichen vermeintlichen Nebensächlichkeiten mit Leidenschaft begeistern können. Thank you very much.

Endlich können wir uns jetzt abseits externer Anbieter auf eigenen Seiten austoben. Ab jetzt wirklich alles in unserem und hoffentlich auch in Eurem Sinne unter:
www.goodboysinaction.com.


Hier werdet Ihr weiterhin mit unserer Art von Enjoytainment versorgt. News, Reviews, Ankündigungen und Vorstellungen aus der urbanen Kulturwelt in all ihren Facetten sollen Euch unter der neuen URL auch zukünftig den Tag ein wenig versüßen.
Neben unserem Blog habt Ihr auf www.goodboysinaction.com auch die Möglichkeit in unserem Tante Emma Online-Shop ein bisschen zu stöbern, der für Euch sehr hübsche T-Shirts und andere Streetwear bereithält. Wäre schön, wenn Ihr auch den neuen Seiten durch Euer Interesse wieder einen Sinn geben würdet.

Die Inhalte unserer Blogsport-Seite bleiben online, werden aber nicht weiter aktualisiert. Go to: www.goodboysinaction.com

Take it easy.

Eure GBIA Crew

BTW: Wer suchet, der wird uns auch bei Facebook, Myspace und Twitter finden.

WE´RE BACK VERY SOON!

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„LET THERE BE SOUND!“ by shorts attack!

Interfilm Berlin präsentierte am 27.01.2010 mit „LET THERE BE SOUND!“ die 94. Ausgabe des „SHORTS ATTACK!“ Kurzfilmprogramms im Babylon Programm-Kino in Berlin-Mitte.
Die Veranstalter präsentierten 20 Musik-Videos, die vorwiegend 2009 Musik- und Filmliebhaber abseits von MTViva begeisterten. Clips etablierter Bands wie DEPECHE MODE, COLDPLAY und THE PRODIGY sowie eher als Geheimtipps gehandelte Videos von GRIZZLEY BEAR oder YACHT machten die künstlerischen Möglichkeiten und die Vielfalt des Mediums mit der Verbindung von Musik und Film deutlich. Mal war das Konzept der Video-Produzenten nah am Song ausgerichtet und dann wieder geriet die Musik völlig in den Hintergrund und bot lediglich den Sound zum Film. Um es zu vermeiden hier Clip für Clip zu besprechen möchten wir einfach die aus unserer Sicht vier beeindruckensten Videos ohne weitere Kommentare präsentieren. Enjoy!



YACHT, „SUMMER SONG“ by Judah Switzer



THE STREETS, „EVERYTHING IS BORROWED“ by Rozan & Schmeltz



UNKLE, „HEAVEN“ by Spike Zonze



NAIVE NEW BEATERS, „LIVE GOOD“ by Megaforce

Leider hat die EMI die gelungenen Video von XX TEENS „ROUND“ und „STRAWBERRY SWING“ von COLDPLAY, sowie „WRONG“ von DEPECHE MODE bei youtube runter genommen. Verfehlte Promo-Arbeit unserer Meinung nach!

www.interfilm.de
www.teamyacht.com
www.skinnermike.com
www.unkle.com
www.naivenewbeaters.com

KOLJA MENSING – „Wie komme ich hier raus“ – Lesung, am 12.01.2010 im Monarch in Kreuzberg

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Der Verbrecher Verlag hat zu seiner jede Woche stattfindenden Verbrecherversammlung im Kreuzberger „Monarch“ diesmal den Autor von „WIE KOMME ICH HIER RAUS?“ KOLJA MENSING eingeladen. Sicherlich 30 Zuhörer finden sich zu dieser Lesung ein, die die Provinz zum Thema hat und ihr mit Humor und Selbstironie den Spiegel vorhält. Der Unterhaltungswert ist sehr hoch, wenn Teenagertage und erste Erfahrungen mit Alkohol und dem anderen Geschlecht aus der Erinnerung gekramt werden. Denkanstösse liefert MENSING seinem Publikum dabei dennoch zuhauf. Der Autor versteht es zu unterhalten und gleichzeitig zum Nachdenken anzuregen. Die Reflektion spielt in „WIE KOMME ICH HIER RAUS?“ eine wichtige Rolle. Die existenzielle Fragestellung „Wo komme ich her und wo will ich hin?“ bleibt unausgesprochen, drängt sich aber jedem im Saal auf. Mit der Frage im Kopf kann dabei die Antwort darauf mit jeder Anekdote an diesem Abend wechseln. Die Geschichten und Essay werden in „WIE KOMME ICH HIER RAUS?“ durch die „Heimatkunde“ mit Einschüben aufgelockert. Hierbei schweift MENSING von eigenen Gedanken und Erfahrung ab in kleine, ergänzende Exkursionen.
Im Laufe des Abends trennt sich der Begriff Provinz allmählich von der Enge der ländlichgeprägten Kleinstadt und fällt auch über die weltoffene Großstadt her. Piefigkeit, kleinbürgerliche Verschlossenheit und intolerantes Großbauertum ist kein Phänomen, das ausschließlich auf dem Land fruchtbaren Boden findet, sondern ebenso in der Stadt blühend gedeiht. Der Autor zieht heute aber noch eine weitere Parallele zum Leben in der Stadt und weißt auf verbindende Sehnsüchte von Städtern und „Landeiern“ hin. Dass diese Sehnsüchte oft nur eine Seite der Medaille sind, wird bekanntlich oft verdrängt. Dieses verbindende Glied zwischen Stadt- und Landbevölkerung, das Gutes will allerdings in ihrem Resultat nicht immer positiv zu bewerten ist, läßt Stadt und Land sich annähern. Die einen suchen den Anschluss und eine Teilhabe am vermeindlich fortschrittlichen, städtischen Schmelztiegel und die anderen sehnen sich verklärt nach Ruhe und Frieden im Grünen, wo die Welt noch in Ordnung scheint. Während sich Kleinstädte ohne ersichtlichen Grund durch Shopping-Malls auf der grünen Wiese selbst entkernen und nunmehr bei McDonalds gegessen wird und Supermarktketten zum 08/15-Shoppen einladen, entwickeln Architekten und Soziologen kleine Großstädte am Rand der gewachsenen Zentren, die urbanes Leben im Grünen vorgaukeln sollen und beiläufig eine elitäre Version von Gemeinschaftsgefühl entstehen lassen.
Die sehr kritische Auseinadersetzung mit provinziellen Gepflogenheiten werden in der Lesung immerwieder versöhnlich durch einen viel emotionaleren Begriff unterbrochen, der auch positive Gefühle zur eigenen Herkunft zulässt- Heimat. Diese Heimat kann in Ostfriesland, dem Sauerland, in München oder Berlin liegen. Sicherlich gibt es hartgesottene Verfechter des einen oder des anderen Lebensentwurfs, doch woher kommt dieser Starrsinn und die Einfältigkeit zu behaupten, dass es nur den einen richtigen Weg gäbe? Nach der Lesung bin ich in der Überzeugung bestärkt, dass Heimatgefühl einem weiterhelfen kann, wenn Orientierung fehlt. Die Erfahrung mit der Heimat kann einen weg in die Stadt oder zurück aufs Land führen und beides ist in Ordnung. Es bleibt der Eindruck, dass MENSING viele Anstösse gegeben hat, die jeder für sich weiterdenken muss. Ein ausgesprochen interessanter Abend.
„Home is where your heart is.“ (Elvis Presley)

„WIE KOMME ICH HIER RAUS?“
von Kolja Mensing
192 Seiten, 12,00 €
ISBN : 978-3-940426-32-1 (Verbrecher Verlag)

www.koljamensing.de
www.verbrecherverlag.de

Alexandra Bircken „Alles muß raus!“ bei Galerie BQ, Berlin

bircken

Seit ihrem Umzug von Köln nach Berlin Anfang des Jahres 2009 zeigt Galerie BQ mit Alexandra Bircken „Alles muß raus!“ die dritte Ausstellung in temporären Ausstellungsräumen. Für die Show wurde ein Ladenlokal am Walter-Benjamin-Platz angemietet – ein stadtplanerisches Großprojekt in Charlottenburg, das von dem deutschen Architekten Hans Kollhoff entworfen und 2001 fertiggestellt wurde. Alexandra Birckens Arbeiten treten auf sehr eigene Art und Weise in Verbindung mit dem von Kolonnadengängen geprägten neoklassizistischen Platz. Die Objekte, in denen Bircken Fundstücke aus der Natur und dem Konsumkreislauf entnommene Produkte miteinander verbindet, heben sich stark von der rationalen Architektur ab. Gerade die Strenge und Nüchternheit des Platzes machen auf den prozessualen Charakter und den intendierten Zustand der Unperfektion der Skulpturen aufmerksam, so dass Zufälligkeit assoziiert wird.
In Birckens Arbeiten geht es um Stoffe, organische wie auch maschinell oder von Menschenhand hergestellte Materialien. Es geht um Prozesse, um Weiterverarbeitung und um den Übergang in den ökonomischen Kreislauf. Diese Vorgänge treten besonders bei der Rauminstallation „Quelle“ in den Vordergrund. Ein auf den ersten Blick willkürlich zusammengestellter Raum, der durch ein dreiteiliges Holzgestell gerahmt wird. Der Rahmen schließt die Arbeit jedoch nicht ab, einzelne Elemente wie Jeanshosen, eine Eisenstange mit Werkzeug und Alufolie verbinden sich mit diesem und eröffnen einen Übergang zu den Objekten sowie zum Betrachter im Raum. Hier ist ein Bezug zu einer früheren Werkreihe der „Diagramme“ von Alexandra Bircken zu sehen, in welchen sich die sorgfältig aufgereihten Elemente im Holzrahmen jedoch deutlich vom Außenraum abgrenzen. Doch die Form des Holzgestells bei „Quelle“ bricht sich selbst. Einzelne Holzleisten verlaufen quer, nicht dem eigentlichen Aufbau folgend. Zudem sind an zahlreichen Leisten, teils in den Ecken, teils mitten auf der Leiste, goldene Haken eingeschraubt, die jedoch keine logische Funktion haben. Nur an einem Haken hängt eine Jeans. Die Arbeit erweckt den Eindruck einer zufälligen Anhäufung von Dingen, die zudem noch ihrer ursprünglichen Funktion enthoben scheinen. Gebrauchte Teebeutel mit losem Tee hängen an einem mobiléartigen Drahtgestell, welches von einer Plastiktüte umwoben ist. Eine vertrocknete Grünpflanze steht in Erde, die mit Wachs überzogen wurde, daneben ein getrockneter Pfannkuchen. Ein Stecker ist in das Holzgestell gesteckt, der zu einem alten Drucker führt. Ein Umzugskarten ist mit Kleidungsstücken gefüllt, neben ihm ein blauer Plastiksack mit Schaumstoff und getrocknetes, teils in Stücke geschnittenes Obst. Hier geht es um die Zusammenhänge und Wandlungen von Stoffen der Zivilisation, es geht um Funktionsentfremdung, um Wegwerfmechanismen, um die Auflösung und auch Hervorhebung des Nutzens der Stoffe, die miteinander in einen Dialog treten.
Der prozessuale Charakter von Birckens Skulpturen erweitert das Medium Skulptur und lässt neue Diskurse darüber entstehen. Ihre Ausbildung als Modedesignerin am Saint Martins College in London scheint ihr einen ganz anderen Blick auf die Mechanismen und Ausdrucksmöglichkeiten des Kunstmarktes zu geben. Eine extrem interessante und sehenswerte Ausstellung.

Alexandra Bircken „Alles muß raus!“ bei BQ – Temporärer Ausstellungsraum
Walter-Benjamin-Platz 3 (Berlin-Charlottenburg),
noch bis zum 19.12. jeweils von Di-Fr von 13-18 und Sa von 11-18h geöffnet

www.bqberlin.de

A PLACE TO BURY STRANGERS (Support Dance On The Tightrope) am 01.12. im Magnet Club, Berlin

Schon bei der Vorband DANCE ON THE TIGHTROPE ist der Magnet Club ziemlich gut gefüllt. 1995 gründeten die jungen Berliner ihre Band und sind seitdem im Genre Rock/Alternative Zuhause. Die vier Jungs machen ihren Job auch ganz gut und präsentieren ein paar sehr eingängige Songs. Für gerade 20 Jahre kam das ziemlich souverän rüber und hat die bereits Anwesend größtenteils überzeugt.
Um zehn stehen dann die drei New Yorker auf der Bühne, die ziemlich eingenebelt in Szene gesetzt werden. Nebel ist ja sicherlich eine sehr effektvolle Möglichkeit einem experimentellen Set zusätzlich etwas sphärisches zu verleihen, aber da haben A PLACE TO BURY STRANGERS für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten bestellt. Nach ein paar Songs verzieht sich die Nebelwand dann und die Band ist tatsächlich erkennbar. Zu sehen wie intensiv und leidenschaftlich Musiker auf der Bühne zu werke gehen macht ein Konzert doch viel spannender.
Ihr Ruf als lauteste Band New Yorks eilt ihnen voraus, am Merch-Stand verkaufen sie Ear-Plugs und eine Freundin warnte mich um Himmelswillen irgendwas für die Ohren parat zu haben. Das alles ist nicht ohne Grund, denn was sie auf ihrem Album „Exploding Head“ andeuten kommt live noch um einiges intensiver. Auch wenn sich Sänger und Gitarrist Oliver Ackermann mit den Vocals sehr zurückhält und keinen der Songs ansagt oder sonstwie mit dem Publikum in Kontakt tritt, ist APTBS durch und durch eine Live Band. Bei all dem Chaos, das in der Luft herrscht sind ihre Songs zu keinem Zeitpunkt undeutlich und drohen nie ins Willkürliche abzugleiten, auch wenn die Grenzen zwischen den Songs ineinander übergehen und die Tracklist aufgelöst zu werden scheint. All die Übersteuerungen und Rückkopplungen setzen ein extremes Verständnis der Instrumente und ein beeindruckendes Können voraus, das mehr einer Inszenierung statt einem Konzert ähnelt. Die Emotionen im Publikum bieten entsprechend die gesamte Bandbreite positiver Reaktionen. Die einen feiern die Band mit hochgerissenen Armen, einige beschränken sich auf Kopfnicken und wieder andere nutzen den spärlich Platz zum Tanzen, aber alle schienen ziemlich überwältigt, aufmerksam und glücklich zu sein. Die Amerikaner bieten dennoch sicherlich nicht die Musik, die leicht zugänglich das Publikum zum euphorischen Abfeiern einladen. Ihr vielschichtiger und experimenteller Noise-Rock zieht die Crowd aber am heutigen Abend in seinen Bann und läßt sie sich darin verlieren. Hier Wave-Einflüsse, dort Psychodelic Rock und Shoegaze. Der Reichtum an Einflüssen spiegelt sich auch im Publikum wider. Der Altersdurchschnitt mag bei Ende 20 gelegen haben- darunter die ganze Bandbreite von Indie Kids in Skinny Jeans bis Rocker mit Pferdezopf. So schnell wie sie die Bühne betraten verlassen sie sie dann auch wieder. Nach einer Stunde ist Schluss und der Ton-/Lichtmann unterbindet etwaige Zugabenwünsche schnell auf seine Art.
Großes Kino.


www.myspace.com/aplacetoburystrangers

THE DUKE & THE KING am 28.11. im Magnet Club, Berlin

Ihre erste Europa-Tour führt THE DUKE & THE KING unverständlicherweise nur für drei Konzerte nach Deutschland. Auf ihre gefeierte Show in München folgt nun also das manchmal so schwierige Berlin um am Tag drauf in Köln zu performen. Der Konzertabend beginnt genau genommen schon am Nachmittag mit dem Warm Up im „Mr. Dead & Ms. Free“ Record Shop in Berlin-Schöneberg. THE DUKE & THE KING geben hier eine kleine Kostprobe und spielen ein paar Songs um ihre Show am Abend zu bewerben. Nur von der akustischen Gitarre begleitet zeigen die vier, dass man sich auf den Abend im Magnet Club sehr freuen darf. Leider nehmen sie die Vorgabe des Konzert-Veranstalters etwas zu genau und spielen genau ein Paar Songs. Einige der ca. 20 Zuhörer werden den Weg sicherlich extra für dieses Appetithäppchen angetreten haben und müssen jetzt mit grummelndem Magen wieder nach Hause fahren. 2 oder 3 Bissen mehr wären schön gewesen. Nichtsdesto trotz der Appetizer hat Lust auf mehr gemacht.
Am Abend ist der Club jedenfalls gut gefüllt. Der Opener „IF YOU EVER GET FAMOUS“ ist auch der erste Track auf ihrem Album „NOTHING GOLD CAN STAY“ (Loose Music) und erfüllt als Eisbrecher seinen Zweck voll. Von Beginn an herrscht eine sehr innige Stimmung auf der Bühne und zwischen Band und Publikum. THE DUKE & THE KING verzichten auf die hierarchische Rollenverteilung von klassischen Bandformationen mit Frontmann/ frau und bauen sich mit ihren Instrumenten in einer Linie auf. Das ursprüngliche Duo aus Simone Felice (Gitarre, Vocals) und Bobby Bird (Bass, Vocals) ist mittlerweile durch Reverend Loveday (Drums, Vocals) und die einzige Frau im Bunde Simi Stone (Violine, Vocals) zu einem Quartett gewachsen. Während der Show wechseln die männlichen Bandmitglieder munter die Instrumente, ohne aber das sich dies qualitativ negativ auswirken würde. Die Band besteht aus vier sehr eigenen Persönlichkeiten. So unterschiedlich sie sind, so deutlich spürt man, dass sie einen sehr intimen Kreis bilden. Die Band aus dem Bundesstaat New York gibt jedem ihrer Mitglieder genug individuelle Freiheit um sich deutlich einbringen zu können, ohne dass sie als zusammen gwürfelte Individualisten erscheinen. Die vier beherrschen dabei nicht nur ihre Instrumente, sondern haben vier atemberaubend gute Stimmen. Dementsprechend variiert ihr Sound live von Soul bis Folk und von Gospel bis Rock. Während ihr wunderschönes Debüt-Album einen in den ruhigeren Parts fast in eine düstere Melancholie zu ziehen scheint, kommt die bejahende und positive Message live überwältigend und rührend. Sie durchwandern die Tracklist ihres Album, nicht aber ohne diese durch Klassiker wie Neil Youngs „Helpless“ zu ergänzen. Ihr Publikum haben sie perfekt im Griff und sie genießen den Kontakt zu den Berlinern. Sehr persönliche Ansagen lassen Songs wie „Lose Myself“ oder „One More American Song“ noch tiefer wirken. Nach den Zugaben verschwinden sie nicht wie die meisten Bands im Backstage, sondern bahnen sich den Weg von der Bühne bis zur Theke mit vielen Umarmungen, Küssen und Shake Hands.
Die hohen Erwartungen, die sich in mir durch das tolle Album türmten wurden noch deutlich übertroffen. Mit Abstand war dieses Konzert das berührendste und begeisternste des Jahres. Wenn ich mir die Videos bei Youtube angucke, bekomm ich jetzt noch eine Gänsehaut.


www.myspace.com/dukeandtheking

EVIL CONDUCT, RAT CITY RIOT am 14.11.2009 im Wild At Heart, Berlin-Kreuzberg

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Die Menschentraube vor dem Wild At Heart ließ zwei Rückschlüsse zu: 1. es wird voll 2. 60% der Gäste haben eine sehr simple Frisur, die jeder mit dem Langhaarschneider hin bekommt. Im Gegensatz zu den vielen schwach besuchten Konzerten in letzter Zeit kann man sich offensichtlich auf die subkulturelle Klientel verlassen, die sich hier nicht nur für ein Konzert einfindet, sondern auch um Freunschaften zu pflegen und ihren Lifestyle zu leben. Es ist die Teilhabe an der Szene und nicht der simple Konsum, der hier im Vordergrund steht.
RAT CITY RIOT geben von Beginn an Vollgas. Die HC-Punks aus Kalifornien lassen das Thermometer im ohnehin schwitzigen Club schnell noch weiter nach oben steigen. Ihr Sänger Noah springt in Oldschool Manier durch die ersten Reihen vor der Bühne und scheut dabei keineswegs den Körperkontakt mit den pogenden Skins. Fünf ziemlich kräftige Vertreter der kahlen Zunft teilen sich den Pit, ringsherum mitsingende Punks und Hardcore Kids, die sich als textsichere Fans zeigen. Der Funke springt von Anfang an über und es zeigt sich, dass RAT CITY RIOT als Support für den späteren Headliner EVIL CONDUCT die Crowd nicht nur warmspielen, sondern sie regelrecht aufheizen und darüber hinaus auch eine Menge eigener Leute mitgebracht haben. Die Band geht sehr körperlich, aber in keinsterweise aggressiv zur Sache. Besonders Noah fühlt sich vor der Bühne sichtlich wohl und setzt das United-Gefühl in die Tat um. Zum Abschluss der Show spielen sie noch die Hasselhoff-Hymne „Looking For Freedom“, die vor 20 Jahren mehr als 500.000 Menschen an der geöffneten Berlin Mauer mitsangen und 2009 der Mob im Wild At Heart während der Sänger tatsächlich auf Händen getragen durch die Reihen wandert.
EVIL CONDUCT sind bei ihren relativ rar gesäten Gigs für Überraschungen eigentlich nicht zu haben. Während ihr Bassist mit den Monaten als Bandmitglied die Evolution vom Rock´n´Roller zum Skinhead abgeschlossen hat bieten die Holländer ansonsten keine erkennbare Veränderungen optischer oder musikalischer Natur. Sie sind Bilderbuch-Skins und ihre Musik ist simpler Oi!-Punk. Dementsprechend ist die Show schnörkellos und geradeaus. Ihr Anhang feiert die Band mit hochgerissenen Fäusten und jeder Menge Bier. Sänger und Gitarrist Han ist auf der Bühne schon eine unglaublich charismatische Person. Während er so da steht, sein Gesicht zur Grimasse verzieht und von Freud und Leid des Skinheads singt wirkt er 100% authentisch. Während die Band bereits seit ´84/´85 unterwegs ist und damit ja definitiv zum alten Eisen gehört, hat ihr Publikum wiederum heute bewiesen, dass alte Liebe nicht rostet.
Ein guter Abend!

www.myspace.com/oievilconduct
www.myspace.com/ratcityriot

GENEPOOL (Support Chateau Laut) im SO36, Berlin Kreuzberg 12.11.2009

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Die Berliner Band CHATEAU LAUT spielt schon als ich das SO36 etwas verspätet erreiche. Nur ca. 30 Leute wollen sich heute Abend die Vorband angucken und da muss man wohl auch seine Erwartungen für den Hauptact deutlich runterschrauben. Eigentlich schade, da CHATEAU LAUT gute Musik machen und ich erwartet hätte, dass GENEPOOL mehr Berliner zieht. Sehr experimenteller Indie-Rock, der ohne Gesang auskommt stimmt die Anwesenden allerdings gut auf den restlichen Abend ein. CHATEAU LAUT ist eine jener Bands, die sich was traut. Sie verzichten nicht nur auf Gesang, sondern auf jegliche direkte Kommunikation mit den Unentwegten vor der Bühne. Es ist bei ihrer Show ein bisschen so, als beobachte man eine Kunst-Performance. Der künstlerische Aspekt nimmt im Selbstverständnis der Band viel Platz ein während die eher unterhaltenden Elemente zweitrangig erscheinen. Eine wirklich hervorragende Mischung aus Noise, Indie und Grunge mit Hang zu Soundexperimenten. Die können was.
Als GENEPOOL dann die Bühne betreten sind mit etwas Wohlwollen ungefähr 70 Menschen im guten, alten SO36. GENEPOOL haben sich wiedermal erneuert. Mit Ian Spehr steht ein neuer Sänger am Mic, der bei dem kommenden Album „Lauf! Lauf!“ (Rookie Records, Release Date: Jan. 2010) auch für die Lyrics verantwortlich ist. Zudem gönnt man sich jetzt den Luxus von zwei Drum-Sets nebst Trommlern. GENEPOOL haben einen unglaublich hohen Unterhaltungsfaktor und funktionieren heute Abend trotz der neuen Konstellation wie eine seit langem eingespielte Band. Ian hat sich gut eingefügt und erfüllt die Rolle des Frontmanns mit Bravour. Dass im Hintergrund zwei Drum Sets das leuchtende Logo von GENEPOOL einrahmen bemerkt man nur durch den enormen Druck, den die Drummer dort erzeugen. Sie sind perfekt aufeinander abgestimmt und können so den vollen Effekt richtig ausspielen. Die Gitarreros an den Seiten lassen die Riffs schnalzen und Basser Guido Lucas aka Lude trägt seinen Teil mit musikalischem Können und optischen Style dazu bei. Ihr Sound reißt Schubladen auf, stemmt sie aus den Fährungsleisten, tauscht sie aus, läßt nichts beim Alten- Wave, Punkrock, Pop, gern etwas düster und immer im fünften Gang.
Nach ca. 50 Minuten war dann an diesem Donnerstag um 23:15 Schluss. Wahrscheinlich hätte es der Stimmung ganz gut getan, wenn man die Halle durch Vorhänge wieder etwas verkleinert hätte und die Leute etwas dichter zusammen gestanden hätten, aber dennoch ein musikalischer Leckerbissen im tristen November.


Wie es mit dem SO36 weitergeht ist derweil noch nicht geklärt. Auf die Kündigung des Hauseigentümers (Gesa) wurde fristgerecht per Anwal widersprochen. Ungeachtet dessen stehen die Betreiber in konstruktiven Gesprächen mit der Hausverwaltung und dem Bezirksbürgermeister.
Als ich gestern den Club verließ bekam ich noch eine mich fast sentimental stimmende Unterhaltung mit. Nachdem zwei Mädels (16-18 Jahre) am Einlass darauf aufmerksam gemacht wurden, dass das Konzert bereits vorbei ist und gleich Feierabend sei antworteten sie: „Wir wollten auch nur mal gucken wie es Innen aussieht.“ Kloß im Hals. … Scheinbar will man sich von der Legende SO36 schon verabschieden für den Fall, dass die Rettung ausbleibt. Sie durften natürlich noch einen Blick hinein werfen.

www.genepool-music.net
www.myspace.com/realgenepool
www.myspace.com/chateaulaut
www.so36.de

BROILERS „ANTI ARCHIVES“ DVD-RELEASE SHOW im Bassy Club, Berlin 27.10.2009

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Düsseldorfs bekannteste Punkrock-Band, die nicht in Stadien spielt und auf einem dicken Bankkonto sitzt, feiert ihre erste DVD mit einer Show im Berliner Bassy Club. Die BROILERS veröffentlichen mit „THE ANTI ARCHIVES“ nach vielen Wochen Arbeit und ein paar Verzögerungen zum Veröffentlichungstermin endlich ihre langerwartete DVD. Das macht man nicht Allertage und so feiern sie es mit exklusiven Shows in Düsseldorf, Leipzig und eben Berlin. Exklusiv kann man die Shows deshalb nennen, weil sie im ungewöhnlich kleinen Rahmen und als Akustik-Version zelebriert werden. Die sympathischen Kindsköpfe wissen ja Partys zu feiern und jede ihrer Shows wird vor und auf der Bühne exzessiv augekostet. Wie ein Kind freue ich mich jedes Mal auf diese Abende. Der gleichzeitige Besuch von I HATE PEOPLE RECORDS Andre war schon im Vorhinein das Sahnehäubchen, denn man muss kein Prophet sein, um bei dieser Konstellation eine lange und ausschweifende Nacht zu prognostizieren.
Nicht das erste, aber das erste gemeinsame Bier des Tages konnten wir bereits im nahegelegenen White Trash Fast Food mit den BROILERS und der Crew genießen. Um 21 Uhr sollte die Show dann los gehen, also einmal die Straßenseite gewechselt und schon stehen wir im Bassy Club. Nicht übervoll, sondern noch angenehm gefüllt ist der Bereich vor der Bühne, während die Theke natürlich belagert wird. Basserin Ines muss an diesem Abend leider durch Marcel ersetzt werden, der seine Sache aber sehr gut macht. Die Bandbreite der Songs an diesem Abend durchläuft so ziemlich alle Schaffensperioden der BROILERS. Die All-time-favorites waren dabei, aber natürlich war die Auswahl der Songs auf das Akustik-Set ausgelegt. The Clash und ein paar andere Cover, natürlich „Meine Sache“, natürlich „Schenk mir eine Blume“ und natürlich viele, viele mehr in nie zuvor gehörter Akustik-Version. Die Fans im Bassy mussten sich zwar erstmal auf die ruhigere Gangart einstellen, waren dann aber begeistert dabei und die Band gönnte ihren Schützlingen auch die ein oder andere Gelegenheit zum Pogo. Sammy kündigte an, dass sie Shows in diesem Rahmen gern auch zukünftig ein- oder zweimal im Jahr spielen würden. Gute Idee, Sammy.
Nach den obligtorischen Zugaben streift die Band mit Crew und Freunden noch durch diverse Berliner Kneipen bis man am frühen Morgen nur noch vor verschlossenen Türen stand. Die BROILERS haben Berlin unter den Tisch gesoffen.

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www.broilers.de
www.myspace.com/broilers