Archiv der Kategorie 'Mags & Books'

Addicted Snow Kalender 2010

Photobucket

Es läßt sich ja kaum noch leugnen, dass der Herbst den Sommer längst abgelöst hat. Schwuppsdiwupps haben wir auch schon Winter und die Wintersportler sehnen den Schnee herbei. Diese Sehnsucht wird durch den „ADDICTED TO SNOW“ Kalender für 2010 noch erheblich verstärkt. Im Format 30×43cm auf starkem Hochglanzpapier, aber mit mattem Druck frohlockt ADDICTED TO SNOW die neue Saison mit einigen der schönsten Bildern des vergangenen Winters.

Folgende Fahrer findet ihr darin in Action: Davun Walsh, Chris Wimbles, Jeremy Jones, Kevin Sansalone, Dolf van der Wal, Damien Henzelin, Lauri Haiskari, JP Tomisch, Cahd Otterstrom, Pat Milbery, Benji Ritchie und Antti Autti.
Der Kalender kostet 14,90 EUR und ist europaweit im Buchhandel als auch weltweit online erhältlich.

ISBN-10: 3940393134
ISBN-13: 978-3940393135

www.addictedtosnow.net
www.rupapublishing.com/shop/de/Kalender
(auch über Amazon erhältlich)

Photobucket
BTW: Als nettes Dankeschön gibt´s die Shots 09 jetzt als kostenlosen Download. ADDICTED TO SNOW rockt das iPhone und den iPod touch mit der kostenlosen »Kalender Shots 2009« App.

Photobucket

huck #15

Photobucket

Ich hab´s ja nicht so mit Wassersport. H2O ist einfach nicht mein Element. Im schulischen Schwimmunterricht bin ich über den Status „Halb-Schwimmer“ nie hinaus gekommen. Macht Euch bitte mal klar, dass man als Halb-Schwimmer innerhalb von 5 Minuten im Wasser ohne erreichbaren Beckenrand, Rettungsring oder helfende Hand tot ist! Meine Brustschwimm-„Technik“ war damals purer Überlebenskampf und ist auch heute auch eher wenig beeindruckend. Die Schwerelosigkeit und Unbekümmertheit mit der die restliche Menschheit im Wasser tollte hab ich von meinem Badelaken auf der Wiese aber immer bewundert. Deswegen hab ich mich vor ein paar Jahren mit den Gelsenkirchener Omas und Opas in aller Herrgottsfrühe in die Fluten des städtischen Hallenbads gestürzt und mein theoretisches Wissen in die Praxis umgesetzt.
Ähnlich wie mir auf meinem Laken im Freibad muss es den Leuten vom englischen huck Magazin gehen. Britannien ist schliesslich weder für Surfer noch für Snowboarder als echtes Eldorado zu bezeichnen und für viele bleibt Eddy „The Eagle“ immer noch der einzige bekannte Wintersportler aus UK. Ob ich allerdings von Bremen zum Boarden in die Alpen fahre oder von der Insel aus, macht keinen wirklich großen Unterschied, oder? Immerhin hat England um sich herum nichts als Wasser. Trotzdem bezweifel ich, dass es möglich ist den Surf-Vibe im britischen Brighton zu spüren und umso beeindruckender ist es für mich zu sehen, dass so viele Freaks, von den berühmten Surf-Stränden unglaublich weit entfernt, ihm erlegen. Im Gegensatz zu den Machern des Magazins bin ich offensichtlich zu pragmatisch oder zu sehr Realist. Mehr Wintersport als einen Schneemann zu bauen und dabei eine Thermoskanne Glühwein wegzuschlabbern ist bei mir als NRW-Kind trotz Sauerländer „Ski-Gebiet“ in Reichweite nicht drin.
Das huck Mag sagt von sich selbst, dass es „more than just the ride“ ist. Stimmt. Es wird politisch und gesellschaftskritisch, wenn sich die Redakteure mit den immer deutlicher eingeschränkten Freiheiten in den britischen Großstädten beschäftigen. Es wird Kritik geübt, aber auch Ideen vorgestellt, die das Leben in den urbanen Schmelztiegeln wieder verbessern wollen und freier machen sollen. Die Brücke wird dabei von Stadtarchitektur bis Streetart geschlagen. In deutschen Behörden leider noch weitestgehend undenkbar. Natürlich dürfen die obligatorischen Interviews und Porträts der Surf/ Skate/ Snow Pros, Bands und Streetartists nicht fehlen. Bei schlecht geführten Interviews mit Pros weiß man am Ende manchmal nicht mal mehr wer da die Antworten gab so austauschbar sind sie und die Fragen. Die Interviews im huck sind aber allesamt sehr persönlich und zeigen dann doch eher die Person hinter dem Sportler oder Musiker.
Ich hab den Eindruck das Mag versucht das „große Ganze“ zu sehen und beschränkt sich nicht auf die Szene am lokalen Skate Park. Man verknüpft Musik, Film, Kunst mit Surf, Skate und Snow, überspringt dabei Ländergrenzen und zoomt sich an die entscheidenden Spots, Themen und Personen.

Limited Skateboard Magazine #91

Photobucket

Ich weiß nicht, ob die Jungs & Mädels vom LIMITED SKATEBOARDING MAGAZIN es ähnlich sehen, aber ich würde behaupten, dass die Zielgruppe doch eher zur jüngeren Fraktion der Szene gehört. Die Auswahl der abgedruckten Leserbriefe spricht da für sich. Leser Felix V. Löchel fordert „mehr Titten“ und freut sich, dass in der letzten Ausgabe in einer Anzeige „sogar die Muschi“ zu sehen war. Felix freu dich auf den Tag, wenn Du endlich nicht mehr nur Skate-Mags nach diesen Anzeigen durchsuchen musst, sondern auch mal in der Realität ran darfst. Solche Leserbriefe sollen wohl sicherstellen, dass das Magazin auch mit Ausgabe 91 immernoch 10mal mehr Szene und Punkrock ist als DU! Credibility hin oder her, ich mag sowas ja zwischendurch. Hier gibt es nämlich keine political correctness und das tut auch mal ganz gut. Leute wie Felix dürfen sich dabei natürlich nicht wundern, wenn sie mit 28 noch die gleichen Sprüche reißen und immer noch nicht ran dürfen. Nachdem das Dortmunder Magazin BOARDSTEIN mit Ausgabe 47 leider die Segel gestrichen hat werden seine Leser wohl entweder zum LIMITED MAG abwandern oder zu „alt für den Scheiß“ sein und ein anderes Magazin lesen.
Das Magazin setzt auf schöne, großformatige Fotos und beschränkt sich textlich auf das Nötigste. Ich finde, dass daran überhaupt nichts verkehrt ist, wenn man berücksichtigt, dass die Kids es seit 91 Ausgaben heiß und innig lieben.
Nebensächlich, aber interessant ist dann nur noch, dass laut Impressum die für das Lektorat verantworliche Annett, die einzige Frau im Team zu sein scheint. Online bezeichnet man sich selbst als das „potenteste(n) Fachorgan(s) der Skateboardwelt“!

Die Crew hinter dem Mag hält sich übrigens für so telegen, dass die Redaktion unter www.limitedmag.de per Webcam beobachtet werden kann. Stasi 2.0 wird´s freuen. Hier müssen wir Felix dann doch auch mal Recht geben, wenn er über die HP sagt: „mittelscheiße“.

kinki #15 Juni/ Juli 2009

Photobucket

Lifestyle Magazin schimpfen sich viele ganz furchtbare Print-Erzeugnisse. In diesen Heften findet der Leser für seine kleinen privaten Problemchen Sex- und Trainingstipps, zum Träumen viel nackte Haut und darüber hinaus werden dem Mann von Welt mit Mode-Anleitungen auch noch die coolsten Klamotten für den nächsten Tag raus gelegt.
kinki gehört nicht zu diesen Magazinen und wird sich auch weigern in die gleiche Schublade geworfen zu werden. Zu Recht! Es bietet eine tolle Mischung aus Musik, Mode und Kunst, die den Lifestyle einer ganz anderen Zielgruppe als der oben erwähnten in den Fokus nimmt.
Ungewohnt großzügig gönnt kinki dem Leser mit ein paar textfreien, weißen Flächen genug Platz um Wort und Bild sacken zu lassen und räumt seinen Grafikern offensichtlich gern die Möglichkeit ein sich auszutoben. Nicht aggressiv und laut, sondern kühl und großformatig. Ich mußte mich regelrecht an den zugestandenen Freiraum gewöhnen so sehr bin ich auf vollgestopfte Seiten konditioniert. Seiten mit Textbausteinen und Pix vollstopfen ist relativ leicht. Bei dem schweizer Magazin stimmt hingegen der inhaltliche Anspruch an Kunst und Design auch bei der eigenen grafischen Wirklichkeit. Die Reduziertheit wird aber auch immer wieder durch Collagen unterbrochen, die ich mir allesamt in die Wohnung hängen würden. Der Kunst werden bei kinki erfreulich viele Seiten gewidmet. Während sich andere Magazine zwar gern mit der Kunst-Szene schmücken und die Eröffnung einer Ausstellung von so manchem Redakteur auch mal zum kostengünstigen, aber standesgemäßen Vorglühen genutzt wird scheint die kinki-Crew doch eher am Inhalt als am Prestige interessiert zu sein.
Inhaltlich ist kinki aktuell, aber kein Trend-Irrläufer und jung ohne albern zu sein. Meine Highlights dieser Ausgabe sind das Interview mit dem Sänger der „Eagles Of Death Metal“ Jesse Hughes (immer wieder unterhaltsam) und die Arbeiten der aus Englander stammenden Künstlerin Lindsey Gooden.

Die HP des Magazins hält noch viele ergänzende Features für den geneigten Leser parat. Unbedingt antesten.

SNEAKERS #3/2009


Gibt es Liebe auf den ersten Blick? Wer das bezweifelt soll doch einfach mal seinen Blick senken und gucken was er oder sie da hübsches an den Füßen trägt. Bei Schuhen gibt es doch gar keine Liebe auf den zweiten Blick, oder?
Man kennt das: Auf ner Party treffen Boy und Girl aufeinander und die beiden verabreden sich für den nächsten Tag. Das folgende Date haut beide nicht um. Attraktivität 6/10 Punkte, Intelligenz 6/10, Humor 6/10,…. Aber sie wollen doch so gern endlich wieder jemanden haben, der sie liebt. Das ist der Fehler. Sie kommen zusammen, gehen Kompromiss auf Kompromiss ein, Boy betrügt Girl mit Bitch und zum Schluss sind alle unglücklich und verletzt.
Genauso ist das auch bei Schuhen! Es besteht die theoretische Möglichkeit, dass man zufällig einem heißen Zwillingspaar mit „Swoosh“ beim Bummeln begegnet, aber in den meisten Fällen ist der Traum-Sneaker schon lange in Deinem Kopf und andere haben keine Chance bis Du diesen Wunsch endlich befriedigt hast. Die Vorstellung wie „sie“ aussehen sollten ist doch immer schon sehr genau, auch wenn man sich vielleicht nicht auf ein konkretes Modell festgelegt hat.. Feuchte Träume sind im Zusammenhang mit Schuhen zwar entweder pervers oder aber zeugen von mangelnder Fußhygiene, können allerdings auch die perfekte Kombination von Leder, Gummi und Schnüren bedeuten. Sinnbildlich gesprochen ist der schnelle, unkomplizierte und anonyme Sex bei der Wahl des Schuhwerks nicht möglich. Bei sexuellem Schuhfetischismus ist es das natürlich schon. Entweder der Schuh überzeugt in seiner Optik, seiner Passform, dem Gefühl oder es wird nie was aus Euch.
Die Macher von SNEAKERS offenbaren den Lesern ihre Liebe zum Sneaker auf 116 Seiten ihrer 3. Ausgabe. Mit viel Leidenschaft, kindlicher Begeisterung und nicht verebbender Neugier lassen sie uns daran teilhaben. So präzise die Redakteure vermutlich ihre Traumfrau beschreiben könnten, so offen und abenteuerlustig lassen sie sich von der ganzen Bandbreite der Sneaker anflirten und abschleppen. Dieses Heft ist für Maniacs und in diesem Bezug spreche ich gern von Fetischismus.

Für alle Sneaker-Fans sei auch die HP der Crooked Tongues Crew ans Herz gelegt.
www.crookedtongues.com

Vice Volume 5/ Number 6

Photobucket

Das VICE Magazine hat bei mir grundsätzlich einen Stein im Brett, weil ich 1. Themen-Magazine toll finde und 2. auf bunte Hochlanz-Formate stehe. Die Chancen stehen also gut, dass mich auch diese Ausgabe überzeugen wird. Allerdings verbinde ich mit dem VICE auch eine Geschichte, die den Kritikern des Mags in die Karten spielt.
Es begab sich als in gewissen Kreisen ein Gästelistenplatz für eine VICE-Party ein Must-Have bedeutete. Auf einer dieser angesagten Partys, die allerdings zu diesem Zeitpunkt eher mässig besucht war, kreuzte ein 08/15 Indie-Scenster auf, der gleich mit Betreten der Location die anwesende Incrowd scante. Der Dancefloor war leer, auf Sofas und in Sesseln lümmelten sich Menschen, die körperlich schon 10 Stunden weiter zu sein schienen als der Rest der Anwesenden. Mit einem Griff in seine Manteltasche verließ unser Held schon wieder den Melting Pot in Richtung Toiletten. Die einen vermuten vielleicht Drogenkosum, die anderen spontane Sexspielchen, doch unserem Indie-Boy war es so früh noch nicht nach Koks oder Selbstbefriedigung. Auf der Toilette pellte sich unser Trendsetter aus seiner Skinny-Jeans und schlüpfte flugs in die mitgebrachte goldene Leggins. Was ein Mut, was ein Trend-Bewusstsein…
Was können aber die am Magazin Beteiligten für solche Erscheinungen?
Erst diese Geschichte mit den goldenen Leggins und dann muss ich jetzt auch noch zugeben, dass ich die „The Conversations With Distinguished Gentlemen Issue“-Ausgabe für eine der bisher schwächsten halte. Leider ein bisschen zu oft erweckt der Inhalt, dass im Redaktionsbüro Übersetzer sitzen und keine kreativen Redakteure. Ich weiss nicht in wievielen Ländern das Magazin erscheint und wieviele Köpfe das Redaktionsteam der deutschen Ausgabe bilden, aber ich habe den Eindruck, dass hier jedes Vice-Redaktionsbüro eine Geschichte liefert und die Geschichten dann nur noch für die jeweiligen anderen übersetzt werden müssen. Es ist einfach alles etwas lahm, unrelevant und unspektakulär. Jetzt wo mich keine unterhaltsamen Geschichtchen und nett formulierte Texte mit großen Fotos ablenken fällt mir auch die Überheblichkeit, die Arroganz auf, die dem VICE Magazin oft vorgeworfen wird. Selbstbewusst und schlagfertig wirken Pöbeleien auf mich nur, wenn auch entsprechende Substanz dahinter steckt. Ihr seid eben auch nur Menschen.

PLACE #16, Juni/ Juli 09

PLACE #16

Das Skateboard Magazin PLACE spricht mich schon allein durch seine glossy Optik sehr an. Das Titelbild ist frei von (mich oft) störenden Headlines. Jeder der mal im journalistischen Mainstream gearbeitet hat weiß, dass das rein theoretisch gar nicht geht, aber da bekommt man ja auch zu hören, dass auf den Titel eine dralle Blondine gehört und Brünette gar nicht gehen.
Natürlich ist die vorliegende Ausgabe mit den üblichen Action-Pix voll gestopft. Ein Skateboard Magazin funktioniert logischerweise auch nicht anders. Place hat aber nicht nur hübsche Bilder von hübschen Jungs auf Rollbrettern, sondern auch ein sehr hübsches Layout. Die Grafiker haben sich offensichtlich große Mühe gegeben keine visuelle Langeweile aufkommen zu lassen. Bei den Interviews zeigt sich PLACE auch eher nicht von der pubertären Seite. Ich habe absichtlich vermieden von Erwachsenen-Interviews zu schreiben, da die Texte bei aller Information echt Spass machen. Fach-Chinesisch bedient den sportlichen Aspekt des Skaten, etwas tiefgründigere Fragen und Antworten zeigen aber auch, dass Skaten nicht nur ein Sport ist. Die Interviews mit Daniel Meier, Maxim (Max Kähni) und Willow (Christoph Wildgrube) sind mit Sicherheit auch für Nicht-Eingeweihte sehr interessant. Etwas erschreckend, dass mir in dieser Ausgabe nichts unter die Augen gekommen ist, das in mir Bedürfnisse des Zerreißens und Breittretens hervor ruft. Bei dem wenigen Platz, der den Musik und DVD Reviews eingeräumt wird hätte ich die einzelnen Reviews zwar knapper gehalten um dafür mehrere Alben bzw DVD besprechen zu können, aber das kennt man von anderen Skateboard Mags zum Teil schlimmer. Stattdessen würde ich gern die Lobhudelei fortführen, aber guckt doch selbst mal rein. Online gibt es noch einige weiter sehr nette Features zu entdecken.
PLACE bezeichnet sich selber als Magazin „for Skateboard Culture“– zu Recht. Good Job.