Unser kleiner Blog hat uns mit erfreulichen Klickraten in den bisher wenigen Monaten seines Bestehens sehr überrascht. Euch möchten wir deswegen für den Support herzlich danken. Durch Euer Interesse für unsere Themen habt Ihr unserer Motivation zusätzlichen Schub verliehen und unserem Schreiben hier einen Sinn gegeben. Schön zu sehen, dass noch viele andere unsere Interessen teilen und sich für die gleichen vermeintlichen Nebensächlichkeiten mit Leidenschaft begeistern können. Thank you very much.
Endlich können wir uns jetzt abseits externer Anbieter auf eigenen Seiten austoben. Ab jetzt wirklich alles in unserem und hoffentlich auch in Eurem Sinne unter: www.goodboysinaction.com.
Hier werdet Ihr weiterhin mit unserer Art von Enjoytainment versorgt. News, Reviews, Ankündigungen und Vorstellungen aus der urbanen Kulturwelt in all ihren Facetten sollen Euch unter der neuen URL auch zukünftig den Tag ein wenig versüßen.
Neben unserem Blog habt Ihr auf www.goodboysinaction.com auch die Möglichkeit in unserem Tante Emma Online-Shop ein bisschen zu stöbern, der für Euch sehr hübsche T-Shirts und andere Streetwear bereithält. Wäre schön, wenn Ihr auch den neuen Seiten durch Euer Interesse wieder einen Sinn geben würdet.
Die Inhalte unserer Blogsport-Seite bleiben online, werden aber nicht weiter aktualisiert. Go to: www.goodboysinaction.com
Take it easy.
Eure GBIA Crew
BTW: Wer suchet, der wird uns auch bei Facebook, Myspace und Twitter finden.
Der Verbrecher Verlag hat zu seiner jede Woche stattfindenden Verbrecherversammlung im Kreuzberger „Monarch“ diesmal den Autor von „WIE KOMME ICH HIER RAUS?“ KOLJA MENSING eingeladen. Sicherlich 30 Zuhörer finden sich zu dieser Lesung ein, die die Provinz zum Thema hat und ihr mit Humor und Selbstironie den Spiegel vorhält. Der Unterhaltungswert ist sehr hoch, wenn Teenagertage und erste Erfahrungen mit Alkohol und dem anderen Geschlecht aus der Erinnerung gekramt werden. Denkanstösse liefert MENSING seinem Publikum dabei dennoch zuhauf. Der Autor versteht es zu unterhalten und gleichzeitig zum Nachdenken anzuregen. Die Reflektion spielt in „WIE KOMME ICH HIER RAUS?“ eine wichtige Rolle. Die existenzielle Fragestellung „Wo komme ich her und wo will ich hin?“ bleibt unausgesprochen, drängt sich aber jedem im Saal auf. Mit der Frage im Kopf kann dabei die Antwort darauf mit jeder Anekdote an diesem Abend wechseln. Die Geschichten und Essay werden in „WIE KOMME ICH HIER RAUS?“ durch die „Heimatkunde“ mit Einschüben aufgelockert. Hierbei schweift MENSING von eigenen Gedanken und Erfahrung ab in kleine, ergänzende Exkursionen.
Im Laufe des Abends trennt sich der Begriff Provinz allmählich von der Enge der ländlichgeprägten Kleinstadt und fällt auch über die weltoffene Großstadt her. Piefigkeit, kleinbürgerliche Verschlossenheit und intolerantes Großbauertum ist kein Phänomen, das ausschließlich auf dem Land fruchtbaren Boden findet, sondern ebenso in der Stadt blühend gedeiht. Der Autor zieht heute aber noch eine weitere Parallele zum Leben in der Stadt und weißt auf verbindende Sehnsüchte von Städtern und „Landeiern“ hin. Dass diese Sehnsüchte oft nur eine Seite der Medaille sind, wird bekanntlich oft verdrängt. Dieses verbindende Glied zwischen Stadt- und Landbevölkerung, das Gutes will allerdings in ihrem Resultat nicht immer positiv zu bewerten ist, läßt Stadt und Land sich annähern. Die einen suchen den Anschluss und eine Teilhabe am vermeindlich fortschrittlichen, städtischen Schmelztiegel und die anderen sehnen sich verklärt nach Ruhe und Frieden im Grünen, wo die Welt noch in Ordnung scheint. Während sich Kleinstädte ohne ersichtlichen Grund durch Shopping-Malls auf der grünen Wiese selbst entkernen und nunmehr bei McDonalds gegessen wird und Supermarktketten zum 08/15-Shoppen einladen, entwickeln Architekten und Soziologen kleine Großstädte am Rand der gewachsenen Zentren, die urbanes Leben im Grünen vorgaukeln sollen und beiläufig eine elitäre Version von Gemeinschaftsgefühl entstehen lassen.
Die sehr kritische Auseinadersetzung mit provinziellen Gepflogenheiten werden in der Lesung immerwieder versöhnlich durch einen viel emotionaleren Begriff unterbrochen, der auch positive Gefühle zur eigenen Herkunft zulässt- Heimat. Diese Heimat kann in Ostfriesland, dem Sauerland, in München oder Berlin liegen. Sicherlich gibt es hartgesottene Verfechter des einen oder des anderen Lebensentwurfs, doch woher kommt dieser Starrsinn und die Einfältigkeit zu behaupten, dass es nur den einen richtigen Weg gäbe? Nach der Lesung bin ich in der Überzeugung bestärkt, dass Heimatgefühl einem weiterhelfen kann, wenn Orientierung fehlt. Die Erfahrung mit der Heimat kann einen weg in die Stadt oder zurück aufs Land führen und beides ist in Ordnung. Es bleibt der Eindruck, dass MENSING viele Anstösse gegeben hat, die jeder für sich weiterdenken muss. Ein ausgesprochen interessanter Abend. „Home is where your heart is.“ (Elvis Presley)
„WIE KOMME ICH HIER RAUS?“
von Kolja Mensing
192 Seiten, 12,00 €
ISBN : 978-3-940426-32-1 (Verbrecher Verlag)
Die RAMONES gehören unbestritten zu den schillernsten Ikonen des Punk. Sie füllten mit Eskapaden die Zeitungen der Eltern-Generation und mit ihrer Musik die Plattenschränke der Teenager. Was für sie wahrscheinlich nur eine lustige Idee war, läßt Marketing-Strategen auch heute noch das Wasser im Mund zusammen laufen. Ihr Band-Logo hat es 35 Jahre nach ihrer Gründung und 13 Jahre nach ihrem letzten Konzert in die Kaufhäuser „geschafft“ und schmückt heute die schmalen Brüste von pubertierenden Jungs, die normalerweise Hip Hop hören. Lange Haare, Lederjacke, Jeans und Turnschuhe waren ihr Markenzeichen und entwickelten sich vom Bühnenoutfit und Eye-Catcher zum Rock´n´Roll Standard. „Sheena Is A Punk Rocker“, „I Wanna Be Sedated“ und „Blitzkrieg Bob“ werden noch heute aufgelegt, gecovert und von Partygästen am frühen Morgen auswendig mitgesungen. Dieses Branding ist im Musikbereich fast einzigartig und so sympathisch, weil es echt und nicht konzipiert war.
„When we started up in March of ’74, it was because the bands we loved, the rock ’n’ roll that we knew, had disappeared. We were playing music for ourselves.“ Joey Ramone
Das ROCK CLASSIC Magazin widmet den vier New Yorker Jungs nun seine zweite Ausgabe. Biografien über eine der größten Punk Bands aller Zeiten gibt es natürlich zu Hauf und gerade deswegen wurde es Zeit den RAMONES in Magazin-Format zu huldigen. Das CLASSIC ROCK bietet sicherlich weniger Fakten, aber es wird auch nicht auf 300 Seiten staubtrocken und belanglos herum theoretisiert. Das Magazin glänzt durch seine vielseitigen Sichtweisen. Es kommen Musiker zu Wort, die trotz aller Professionalität und Jahren im Musik-Bizz ihr kindliches und hemmungsloses Fansein bewahrt haben. Bandmitglieder, Wegbegleiter, Zeitzeugen, RAMONES-Fans jeglicher Coleur liefern die Mosaikteilchen, die in ihrer Gesamtheit die RAMONES wahrscheinlich am besten beschreiben. Die immer wiederkehrende Frage warum diese Band trotz aller innerer Konflikte über zwei Jahrzente bestand beantwortet das Redaktionsteam mit der sehr interessanten These, dass die Band wahrscheinlich ohne diese Konflikte nie funktioniert hätte. Egal ob es ihre Musik, ihre gemeinsame Biografie oder die Persönlichkeiten ausserhalb des Bandalltags sind, die Retrospektive ist absolut gelungen. Ergänzt wird der Inhalt durch die 12 Tracks auf dem beigelegten „THE ROOTS OF THE RAMONES“ CD-Sampler. Unter anderen sind hier die New York Dolls, Johnny Thunder & The Heartbreakers, Gene Vincent und viele andere zu hören.
Tolles Magazin.
Ich bin Ende der 80er Jahre das erste Mal mit der Musik der POGUES in Kontakt gekommen als die Band auch in der Scooterboy-Szene meines Bruders schwer angesagt war. Keine andere Band hat es geschafft meinen älteren Bruder, mich und gar meine Mutter so zu begeistern. Keiner anderen Band habe ich solange die Treue gehalten. THE POGUES sind eine dieser Bands, die einen wohl immer begleiten werden und deren Musik man immer wieder begegnet. Selbst auf einer entlegenen Farm im australischen New South Wales hatte ich das Vergnügen mit der irisch-stämmigen Farmerin Joan die Musik der POGUES zu hören. Genauso wie Shane Macgowan lebte sie in den frühen 80ern in London und kämpfte gegen Vorurteile und Diskriminierungen der Briten gegenüber Iren und Nord-Iren. Trotz all der Probleme mit denen Menschen abseits vom angepassten british Way of Life zu leben hatten, sprühen Joans Geschichten voll Zufriedenheit dabei gewesen zu sein.
Das Buch „DIE GESCHICHTE DER POGUES“ (Bosworth Verlag) vermittelt durch viele Zitate, Hintergründe und detailierte Anekdoten sehr authentisch und anschaulich die Geschichte von THE POGUES. Sicherlich ist die Geschichte mit all ihren Protagonisten und Nebenfiguren manchmal etwas verwirrend, aber das Gefühl der Zeit und die Leidenschaft der Band für ihre Musik macht dieses Buch unglaublich eindrucksvoll nachvollziehbar. Carol Clerk beginnt Jahre vor der tatsächlichen Entstehung der berühmtesten Folk-Punk Band aller Zeiten und macht dem Leser deutlich, dass es für Shane, Spider, Jem und all die anderen eigentlich nur den Weg in die Gosse oder den auf die Bühne gab. Bekanntlich schliesst diese Weggabelung eine spätere Kreuzung von Gosse und Bühne nicht aus und so begleitet man die Band und jedes ihrer Mitglieder durch Höhen und Tiefen des privaten und musikalischen Lebens. Die Autorin lässt natürlich Shane Macgowan, Spider Stacey, Jem Finer, Andrew Ranken, James Fearnley, aber auch eine ganze Reihe von Kollegen, Freunden und Fans zu Wort kommen. Es ist die turbulente Geschichte einer eingeschworenen Band, die Auseinandersetzungen, trunkene Streitereien, Affären und Drogen durchlebte und damit viel schmerzendes, aber auch viel versöhnliches bietet.
Die zum Teil holprige Übersetzung und ein paar Fehler im Lektorat sind ein kleiner Makel, aber dennoch ist das Buch „DIE GESCHICHTE DER POGUES“ absolut lesenswert und fast uneingeschränkt zu empfehlen.
Das französische BE STREET MAGAZINE macht seinem Namen alle Ehre. Sie haben es geschafft mit ihrem Magazin nicht nur über Culture zu berichten, sondern ein Teil davon zu sein. Mit sehr schönen Illustrationen und einem großen Abwechslungsreichtum wirklich ganz toll aufgemacht. Das französische Redaktionsteam hat sogar soviel Weitsicht, dass sie den Inhalt in französisch und englisch liefert. Dadurch geht natürlich unglaublich viel Platz verloren, aber da unser Französisch maximal Kindergartenniveau hat, sind wir natürlich sehr dankbar. Das Magazin hätte ich mir allerdings aufgrund der so überzeugenden Optik auch ohne englischen Part, in der Hoffnung längst Verlerntes wieder reaktivieren zu können, gekauft. Hier wird sehr deutlich dem Spaß an und der Leidenschaft für Streetwear, Street Art, Musik und Shopping Ausdruck verliehen.
Das Schöne ist, dass BE STREET Künstlern nicht nur durch Features eine Plattform bieten, sondern diese Künstler auch an der kreativen Umsetzung der Ausgabe mitwirken. So soll´s sein. Inhaltlich bewegt man sich tatsächlich mit beiden Beinen auf dem Boden bzw. zwischen ehrlichem Asphalt und dem Dielenboden einer jungen und sehr sympathischen Gallerie. Bildlich gesprochen. Im Inhaltverzeichnis klingt das dann kurz und bündig wie folgt: Street Style, Crystal Castles, Klever, Gundam x Ollanski, Shop´in Japan, Shop´in Boy, Shop´in Girl,…
Alles wird unkompliziert und ohne viel Blabla präsentiert und besprochen. Es wird nicht affig theoretisiert, wo Bilder mehr sagen als die berühmten 1.000 Worte. Für alle Fans von Street-“bitte zutreffendes einsetzen“ sehr inspirierend und unabhängig vom Inhalt der jeweiligen Ausgabe mit Sicherheit die 7€ am deutschen Handel wert.
Das Berliner Magazin für „pop cultural views on global issues“ mit dem Namen „Style And The Family Tunes“ ist mit 225 Seiten für sehr faire 5€ nicht nur dicker als die meisten Bücher, die sich beim durchschnittlichen Fussball-Profi im Regal finden lassen, sondern bei seinem Preis-Leistungsverhältnis besser investiert als ein mehr als doppelt so teures Ticket für einen sichtbehinderten Platz (günstigstes Ticket 12,50€) bei der spielbehinderten Hertha aus Berlin.
Die aktuelle Ausgabe mit dem Themenbezug „Shape it!“ setzt sich mit „Formgebern und Formvollendern“ in Kunst, Musik, Gesellschaft und Mode auseinander. In deutsch und englisch in zumeist sehr knappen Beiträgen hangelt man sich relativ ungezwungen am vorgegebenen Themenschwerpunkt entlang.
Was im Englischen chic Pulp genannt wird ist in seiner deutschen Übersetzung einfach demaskierend als Schund- oder Trivial-Literatur bezeichnet. Der Edgar-Allen-Poe-Preisträger Charles Ardai hat anhand einiger Bildern von Neil Krug den Einstieg in eine sofort fesselnde Geschichte geliefert, die dem Leser die ausgebrannte Striptease Tänzerin Dolores vorstellt. Sehr, sehr schade, dass man auch dieser Story nicht mehr Raum gegeben hat.
Sehr interessant und erfreulich weniger komprimiert werden der Kunstform Performance einige Seiten gewidmet. Performances sind oftmals wenig zugänglich, zuweilen abstoßend, irritierend und bei laienhaftem Kenntnisstand der „Konsumenten“ nicht selten harscher Kritik ausgesetzt. Für diese Ausführungen bin ich persönlich sehr dankbar.
Der Ausflug in Street-Art-Gefilde ist natürlich obligatorisch und ein Muss auch in der style and the family.tunes. Darüber hinaus wird den Musikfreunden ein Retro-Elektro Projekt vorgestellt, der kusierende Hype der zeitgenössischen „Klassik“ zu erklären versucht und den selbstbewussten, starken, weiblichen neuen Acts im Bereich elekronischer Musik der rote Teppich ausgebreitet.
Die glossy und großformatigen Fotografien erscheinen mir erstaunlich konservativ, viel schwaz-weiß und erstaunlich brav.
Der Online-Auftritt des Magazins ist leider in manchen Bereichen recht prollig, wenn die Online-Redaktion nicht einen ausgeprägten Hang zu Ironie pflegen sollte: „Wer wir sind: Wir haben uns in mehr als 100 Ausgaben der ‚Style & The Family Tunes‘ einen hervorragenden Ruf im Print erarbeitet und einen starke Leserbindung erreicht. Wir sind der Kommunikationskanal der Wahl für eine internationale Community mit hohen Ansprüchen. Stylemag.net ist die logische Konsequenz daraus und bietet online eine Plattform für Connoisseure, Individualisten, kultivierte Konsumenten, Tastemaker, Opinion Leader, Early Adopter, Pioniere, Fashionistas, Medienmenschen,Party People, die Checker, Kreativen und Einflussnehmer, die Macher.“ Puh!
Sehr interessantes Print-Magazin mit deutlichem Kultur-Schwerpunkt.
Das ZOO MAGAZINE erscheint vierteljährig seit September 2003. In Berlin gegründet und als deutschsprachiges Magazin auf die Welt gekommen befindet sich das Redaktionsbüro mittlerweile in NL und hat sich der englischen Sprache bemächtigt. Dass der Musiker Bryan Adams nicht nur Co-Owner, sonder auch als Fotograf für das Magazin tätig ist, soll allerdings hier die einzige Personalie bleiben.
Der ZOO MAGAZINE Web-Auftritt macht sofort deutlich, dass die Macher mit all ihren weiteren Projekten sehr weitläufig vernetzt sind. Der Fokus der Redaktion liegt deutlich in den Bereichen Mode, Kunst, Literatur/Film und Architektur. „Glossy“ kann im Prinzip jeder, doch die ZOO Redakteure unterfüttern das Erscheinungsbild des Magazins mit seinen tollen Fotografien und dem edlen Layout auch durch hochwertige Texte. Gefühlte 80% der Inhaltsseiten sind mit großformatigen und unglaublich tollen Fotografien und Kunst gefüllt. Stil und Qualität feiern im ZOO MAGAZINE Honey Moon. Die Abbildungen in diesem Heft machen ergänzende Texte oft überflüssig und nehmen den Betrachter manchmal für Minuten gefangen.
In No. 23 versucht der Londoner Designer Todd Lynn den Dialog seiner beiden Leidenschaften Musik und Mode zu erläutern. Für John Varvatos (Menswear Designer) ist Mode schlicht Rock´n´Roll. Im Interview läßt er einen Einblick in seine Arbeit zu. Die Arbeiten des britischen Künstlers Michael Kirkham, der mal als Moralist und mal als Perverser bezeichnet wird, haben mit ihren offensiven und kalten Darstellungen von Sex viel Aufsehen erregt und werden im Gespräch diskutiert. Unser Mann in Hollywood, der bekannte Schauspieler Udo Kier, fungiert im ZOO MAGAZINE diesmal nicht nur als Fashion-Model, sondern läßt uns ein wenig an dem Parallel-Universum in Übersee teilhaben. Favorite!
Mit dem Sub-Titel „Es ist ein Modemädchen“ stellt die BLONDE klar wen sie als ihre Zielgruppe versteht. Die BLONDE ist aber nicht nur ein Modemagazin für hippe Mitte-Mädchen, sondern bietet weitaus mehr als hübsche Mode-Fotografie. Mit sehr viel Charme, Ironie und Humor durchstreift man die vier Schwerpunkte Style/ Beauty, Living/ Culture, Ecology/ Wellness und Travel/ Movement. Ganz offensichtlich ein Magazin, dass zum Allzeit-Begleiter junger Frauen werden will.
Augabe 03 kommt als „Funny Issue“ und das ist nicht zuviel versprochen. Themenbezogene Ausgaben haben für mich immer einen besonderen Reiz, weil ein Thema unter verschiedenen Gesichtpunkten abgehandelt wird. Zugegeben, Humor wird in Magazinen dann doch eher einseitig visuell dargestellt und weniger durch Inhalt. BLONDE versucht hier aber sehr wohl beides miteinander zu verknüpfen und läßt den Inhalt bei dieser themenbezogenen Ausgabe nicht Außen vor. Wären Bezeichnungen wie frisch, schrill, frech, jung, … nicht unglaublich vorbelastet würde ich sie für die Beschreibung dieser BLONDE Ausgabe gerne gerbauchen. Dieses Magazin ist im Gegensatz zu vielen anderen ein Quell der Inspiration für alle Bereiche des Lebens, denn hier überschneiden sich die zuvor genannten thematischen Schwerpunkte großzügig trotz der Trennung durch Kapitel. Dies ist natürlich keine Überraschung und vielmehr ein absolutes Muss für die ausgesprochen vielseitig interessierte Zielgruppe. Während andere Magazine allerdings bei Kunst und Mode in einen hochgestochen arty Jargon verfallen bleiben die BLONDE Redakteure in ihren Beiträgen sympathisch, natürlich und humorvoll. Bei der Ausrichtung des Magazins ist es nahezu unvermeidbar, dass die Beiträge oft über News-Tiefe nicht hinaus kommen. Dennoch kommt der Inhalt bei allem Spass und Entdecker-Mentalität nicht zu kurz. Sehr interessant, aber ein wenig kurz ist die Vorstellung der Organisation zweier Frauen, die auf unkonventionelle Art vor Brustkrebs warnen und Prävention gerade bei jungen Frauen vorantreiben (www.myspace.com/keep-a-breast).
Inhaltlich ist es immer wieder schön zu sehen, wie es die Hamburger in dieser Ausgabe schaffen mit viel Humor Klischees zu entkräften, Themen unbelastet und locker anzugehen und dadurch wirklich neue Gesichtpunkte sichtbar zu machen.
Die neue Playboard #56 bietet wiedermal willkommene Zerstreuung. In dieser Ausgabe wird der Osten der Republik besucht, mit dem Anzeigeberlin-Kopf Adam Sello die besten Skate-Spots in Berlin abgeklappert und der Skate-Boom in der Hauptstadt in den Fokus genommen. Natürlich dürfen darüberhinaus die Top-Events der letzten Monate nicht fehlen. Die Playboard Crew war bei der European Skateboard Championships in Basel am Start, ckeckte die Playboard Style Session am Kronplatz (Snowboard) und schlürfte einen Äppelwoi in Frankfurt bei der Bright Tradeshow für Streetwear.
Für mich ein sehr wichtiger Bestandteil von Boarding-Mags sind definitiv die Interviews mit Szenarios. Mario Ungerer läßt die Leser in sein Tagebuch linsen und Snowboarder Andreas Wiig läßt uns an seiner Sicht der Dinge teilhaben. Ausserdem ist ein sehr interessantes Interview mit „Herbie“ König zu finden, der darin diesen großartigen Satz formuliert: „Der bessere Skater ist derjenige, der mehr Spaß am Skaten hat.“
Für alle Couchkartoffeln gibt´s noch einen besonderen Schmankerl obendrauf. Dieses Mal kommt das Heft inklusive der YUX DVD mit feinstem Skateboarding aus Österreich. Protagonisten sind: Mario Wirnsberger, Daniel Spiegel, Andreas Fugger, Philipp Schuster, Stephan Storn und viele mehr…
Das das Magazin mit atemberaubenden Pix voll gekleistert ist muss ich wohl nicht erwähnen. Oder doch? Hiermit getan.