Unser kleiner Blog hat uns mit erfreulichen Klickraten in den bisher wenigen Monaten seines Bestehens sehr überrascht. Euch möchten wir deswegen für den Support herzlich danken. Durch Euer Interesse für unsere Themen habt Ihr unserer Motivation zusätzlichen Schub verliehen und unserem Schreiben hier einen Sinn gegeben. Schön zu sehen, dass noch viele andere unsere Interessen teilen und sich für die gleichen vermeintlichen Nebensächlichkeiten mit Leidenschaft begeistern können. Thank you very much.
Endlich können wir uns jetzt abseits externer Anbieter auf eigenen Seiten austoben. Ab jetzt wirklich alles in unserem und hoffentlich auch in Eurem Sinne unter: www.goodboysinaction.com.
Hier werdet Ihr weiterhin mit unserer Art von Enjoytainment versorgt. News, Reviews, Ankündigungen und Vorstellungen aus der urbanen Kulturwelt in all ihren Facetten sollen Euch unter der neuen URL auch zukünftig den Tag ein wenig versüßen.
Neben unserem Blog habt Ihr auf www.goodboysinaction.com auch die Möglichkeit in unserem Tante Emma Online-Shop ein bisschen zu stöbern, der für Euch sehr hübsche T-Shirts und andere Streetwear bereithält. Wäre schön, wenn Ihr auch den neuen Seiten durch Euer Interesse wieder einen Sinn geben würdet.
Die Inhalte unserer Blogsport-Seite bleiben online, werden aber nicht weiter aktualisiert. Go to: www.goodboysinaction.com
Take it easy.
Eure GBIA Crew
BTW: Wer suchet, der wird uns auch bei Facebook, Myspace und Twitter finden.
GENEPOOL hat sich für „LAUF! LAUF!“ unters Messer gelegt und einige Korrekturen vornehmen lassen. Es ist unbekannt wodurch ihnen der charismatische Sänger Jack Letten (Smoke Blow) abhanden gekommen ist, aber das ist auch nur eine der offensichtlichen Veränderungen. Bei musikalischer Chirurgie braucht man nicht die schiefe Nase zu rümpfen oder das Bindegewebe in Falten zu legen. Mit den Jahren verändert sich eine Band, wie es auch der menschliche Körper tut. Für einige ist es sicherlich schmerzvoll andere sehen den Prozess eher modern. GENEPOOL haben tüchtig und in vielerlei Hinsicht angebaut. Nicht mit Plastik aufgefüllt, sondern mit einem zusätzlichen Drummer bestückt wird seit einigen Monaten für noch mehr Druck aus der zweiten Reihe gesorgt. Gut bestückt die Band! Dazu hat man mit Ian Spehr einen neuen Frontmann, dessen Kopf zuvor auf dem Hals der Band Mink Stole saß und jetzt Stimme von GENEPOOL ist. Dazu waren nachvollziehbarerweise ein paar tiefere Cuts von Nöten, denn Ian ist auch für die Lyrics verantwortlich, die bekanntlich bei einer Band ganz tief drin stecken.
Die Eingriffe haben den Sechser aber nicht zu einer neuen Band werden lassen und der Musikwelt auch kein weiteres Frankenstein Monster aufgehalst. Der Sound sprüht immernoch voll überlegenem und glamigen „20-Inch-Wave-Punk from Hell“. Die Inch-Angabe läßt auf weitere Korrekturen schließen, die für den Zuhörer aber weniger offensichtlich sind auf das dritte Album der Kölner Band ebenfalls keinen negative Auswirkungen haben. Bei diesen Songs ist stillhalten nicht möglich. Tiefsinnige Gespräche, Ruhe nach einem harten Tag, alles vergessen und stattdessen Gas geben. Das erste Date wird mit „LAUF! LAUF!“ als Soundtrack zur wilden Orgie statt eines romatischen Abendessens mit späterem Gute-Nacht-Kuss an der Türschwelle. Die 12 Tracks ziehen alle Register, die unter dem Stichwort „Coolness“ zu finden sind. Attitüde wird mit dem neuen Ich sehr groß geschrieben und das kommt nicht mal überheblich, sondern fast ehrlich. Die Texte sind dabei wichtiger Bestandteil des Selbstverständnisses und verdienen unbedingt ausgiebige Beachtung.
Der Band scheinen die Ideen stroboskobartig zuzufliegen. „LAUF! LAUF!“ ist ein sehr homogenes und absolut empfehlenswertes Album.
„LANGUAGE OF THE LOST“ ist bereits der vierte Longplayer von „I WALK THE LINE“. 10 Tracks, die Punkrock als Basis, aber ebenso Pop, Wave und Rock´n´Roll als Bestandteile haben. Typisch für IWTL ist der düstere und zuweilen melancholische Einschlag in ihren Songs. Liebe Finnen, es ist gar nicht alles so schlimm, wie es in den langen Wintermonaten ohne Sonne zu sein scheint.
Die ersten Takte von „LANGUAGE OF THE LOST“ ziehen mich sofort in den Bann. Großartig. Sänger Ville allerdings reißt mich leider wieder etwas raus und überzeugt mich nicht wirklich. Für den neuen Wave-lastigen Sound der Band ist mir die Stimme immer noch zu sehr Rock´n´Roll. Eine kühle, nüchterne Stimme würde meiner Meinung besser zur Band passen. Gerade aber die Sänger unterliegen doch sehr subjektiven Geschmackskriterien und deswegen möchte ich auf den Frontmann von I WALK THE LINE gar nicht weiter eingehen. An dieser Stelle bitte selber anhören und entscheiden.
Der zweite Part des Albums ist für mich der stärkere. „KILL YOUR FRIENDS“, „SLEEPWALKING (TO THE END OF THE WORLD)“ und „LOST FREQUENCY“ haben schon fast etwas hypnotisches und nehmen einen schnell gefangen. „YOU CAN`T TAKE IT AWAY“ kommt mit viel Noise in den Saiten. Hier lädt der Refrain sogar zum Mitsingen ein. Ohne Keyboard sind die Songs nicht mehr vorstellbar. Die Entwicklung zum Wave Der Band überaus gut. Das Feld der lebensbejahenden Jubelarien überlassen sie klugerweise anderen. Sie machen aus der Not eine Tugend und so triefen die Songs voll Schwermut, die das Quintett ja auch mit der finnischen Muttermilch aufgesogen hat.
Sehr gutes Album mit einigen sehr tanzbaren Nummern.
HEARTBREAK STEREO liefern nach ihrem Debüt „Inspiration (Back From The Dead)“ (Rookie Records) nun mit „CARRIED THROUGH THIS WALTZ“ ihren Zweitling. Das Verhältnis von 13 Songs in etwas mehr als 33 Minuten spiegelt den ersten Eindruck des Albums auch ganz gut wider. Absolut nicht lahm, aber auch nicht gerade brachial schnell. Gute, ruhigere Nummern und schnelle, hymnische Stücke sind auf „CARRIED THROUGH THIS WALTZ“ zu finden, ohne aber den ganz explosiven Song für einen tobenden Pit zu bieten.
Grundsätzlich macht die Band ihren Standpunkt deutlich und beschreibt auf „CARRIED THROUGH THIS WALTZ“ ihren Weg Dinge anzupacken und zu Ende zu bringen. Dieser Weg führt sie in persönliche Sackgassen, zu Weggabelungen, bringt Trennungen, läßt sie Stopschilder überfahren und Bordsteine rammen. Sie scheinen sich hier auf eine Route einschwören und dabei Ideale manifestieren zu wollen. Blendern wird die Rechnung serviert und der bevorzugte Weg dabei ist immer der direkte, auch wenn der nur über entlegene Sandpisten oder auf kurvigen Bergfahrten zum Ziel führt. Eröffnet wird das Album mit dem etwas ruhigeren „SAY NOTHING“, einer Abrechnung mit all den Posern auf den Stages dieser Welt, die Wasser predigen und Wein trinken, nach Revolution rufen und sich gleichzeitig gefügig bei den Ja-Sagern einreihen. The Briggs, Rancid und Bombshell Rocks sind die erkennbaren Einflüsse, die den Sound der jungen Band aber auf keinen Fall überlagern. Die Leidenschaft der Finnen ist ansteckend und macht ihre Musik unglaublich authentisch. HEARTBREAK STEREO stellen Fragen und geben Antworten nach dem Sinn („IS THIS IT“), dem Weg („DO I NEED A REASON NOT TO LEAVE YOU HERE TO DIE“) und danach mit wem sie ihn gehen sollen („2Kids“, „ME AGAINST“).
Die Platte erzeugt nicht die Überraschung des Debüts, überzeugt aber mit jedem Durchlauf immer deutlicher. Melodischer Punkrock, der sympathisch-jugendlich heraus prescht und auf der anstehenden Tour im April live sicherlich noch mehr begeistert.
Der Tausendsassa DAMIAN DAVIS haut mit „DAMION´S LICHTJAHRE“ eine Retrospektive unters Volk, die die letzen 10 Jahre seines künstlerischen Daseins Revue passieren läßt. DAMIAN gehört zu den HipHop-Künstlern, die ohne Scheuklappen durch die Welt und Musik-Genres gehen. Nicht nur Rap, sondern auch Rock, MCing und Reggae gehören zu den Einflüssen von DAMIAN. Neben seiner Leidenschaft für Musik hat der Berliner aber auch den Film für sich entdeckt. 2005 spielte er als Hauptdarsteller Graffiti-Kid Tino in „Wholetrain“. Mittlerweile hat er aber auch seinen Spass an der Arbeit hinter der Kamera entdeckt und bereits 2006 mit „Drehmoment“ seinen eigenen Film produziert, in dem er Kamera und Regie übernommen hat. Der Mann führt mit Freunden das eigene Label Spoken View in Berlin, hat bisher 3 Alben veröffentlicht, steht vor und hinter der Kamera und hat einfach jede Menge HipHop gelebt. Das ergibt genug Stoff für einen sehr interessanten Rückblick auf die vergangene Dekade von DAMIAN DAVIS im deutschen HipHop. Nice guy DAMIAN liefert mit dieser Doppel-DVD (plus Mix-CD) den audio-visuellen Teil zu seiner Lichter-Trilogie.
„3 Alben, gefühlte 1000 Gigs, 2,3 Millionen Features, 10 Jahre Lichtgeschwindigkeit. Zeit für eine Reflektion. Die „Lichtjahre“-DVD bringt Licht ins Dunkel der Zeitreise von Damion Davis. … Die Doppel-DVD ist Videobiographie, Backstage-Spaß und Live-Abriss in einem. Abgerundet wird das Paket vom einem SpokenView-Best of-Re-Mixtape von DJ Breaque und V.Raeter.“
DVD1:
History, Live @ Molotow (HH 2007) + Splash Festival (2008) + Splash Special
DVD2:
Filme („Der Freimaurer“, „Drehmoment“, „Wholetrain“-Trailer), Livetracks, Videoclips
Mix-CD:
„Spoken View in the (Re-)Mixtape“ by V.Raeter & Breaque. 21 Tracks
2010 kommt sein neues Album natürlich wieder bei Spoken View raus. Watch out.
Ihr Back-Programm als Free-Download auf der Homepage, Myspace-Verweigerer und eine gesunde, kritische Haltung zur westlichen Gesellschaft… Punk ist wohl doch noch nicht tot. Die finnische Band NO SHAME scheint sich zumindest eine Portion der ursprünglichen Auffassung von Punk bewahrt zu haben und ist gern bereit jedem ein Löffelchen davon abzugeben. Sehr respektabel! Aber Ideale allein reichen auch im Punk nicht aus um eine gute Band zu sein. Während viele Bands, die rein musikalisch in eine ähnliche Richtung gehen, meinem Empfinden nach zu viel Zeit für ihre T-Shirts und Online-Plattformen opfern und zu wenig in Proben und gute Texte investieren, sind NO SHAME eine Band, die mich wirklich überzeugt. „IRONING DAY“ ist ihr neues und bereits 5. Album. 12 Stücke, die vor Herzblut triefen. Die Jungs haben ganz offensichtlich viel Wut im Bauch, ein kochendes Herz und einiges im Köpfchen. NO SHAME ist eine Band mit der man sich auseinandersetzen muss um sie verstehen zu können. Reiner Konsum widerspräche nicht nur ihrem Anspruch, sondern ist bei „IRONING DAY“ nicht so einfach möglich. Ihr melodischer, aber sehr explosiver Punkrock drückt gut ins Gesicht. Der Moshpit ist hier vorprogrammiert. Trotz aller Konsum-Skepsis hat es der Opener „Better drunk than part of the machine“ auch in die großen Radiostationen Finnlands geschafft. Zur Zeit sind sie eine und vielleicht sogar die angesagteste Punk-Band bei den Nordmännern und -frauen. NO SHAME drücken den Finger in die Wunde der Konsumgesellschaft, prangern Werteverfall und Doppelmoral an. Sie sind dabei aber keine bloßen Schwarzmaler, die sich in Selbstmitleid suhlen. So wie Emotionen schnell von einem Extrem ins gegenteilige Pendant pendeln können, ist auch dieses Album. Wirklich optimistisch werden sie eigentlich nie, auch wenn es die kleinen Hoffnungsschimmer und Lichtblicke sind, die sie für ihre Songs insperieren. Mit „Empty promises“, „Light of my life“ werden zwischendurch aber auch versöhnlichere und ruhigere Töne angeschlagen und geben der sehr schnellen Platte etwas mehr Abwechslung.
Absolut gute Band mit einer spitzen Platte. Ende-März/ Anfang April touren sie auch durch hiesige Gefilde. Hingehen!
Woohooo… Eine Schande, dass ich erst jetzt auf DIE AERONAUTEN aufmerksam geworden bin. Mit „HALLO LEIDENSCHAFT“ präsentieren sie schon ihr 7. Studioalbum, das bei mir das Prädikat „wow“ bekommt und unter „tolle Überraschung“ archiviert wird.
Vor der Bühne vermute ich tanzende Absolventen der guten, alten Hamburger Schule, vielleicht auch Studenten mit einer Vorliebe für Ska, Mods, die mehr hören als Paul Weller und klassischen Mod-Punk, grundsätzlich aber Menschen, die nichts auf Hypes geben, sondern Musik als ihren kleinen Schatz hüten. DIE AERONAUTEN beschreiben ihre Fans als „grundgütige, liebenswerte, intelligente, freundliche, wache, gutaussehende, interessante Menschen“. Kann ich mir auch vorstellen. In dem Genre eigentlich unvermeidbar erinnern sie teilweise an die norddeutschen Kollegen von Superpunk und Rantanplan, die ich allerdings immer sehr kritisch gesehen habe. Was mir bei Rantanplan oft zu unleidenschaftlich und nordisch unterkühlt rüber kam ist bei den Eidgenossen deutlich temperamentvoller und eben nicht einlullend. „HALLO LEIDENSCHAFT“ besticht durch großen Abwechlungsreichtum und Originalität. Die Band beweisst Multilingualität durch deutsche, englische, französische und in einem Fall gar schweizer-deutsche(!) Texte. Bassist Hipp fungiert bei „Womunidure“ („Wo muß ich durch“) ausnahmsweise in einer Doppelrolle als Sänger und Bassist und schafft es dabei seine alpenländische Muttersprache sogar klingen zulassen als würde Amor himself Schweizer sein. Die Platte macht echt Spass. Bläsersätze bringen Fahrt, tolle Melodien sorgen für gute Laune und laden zum Tanzen ein, die sehr, sehr sympathischen Texte verleiten zum genauen Hinhören. Inhaltlich geht es über Tische und Bänke der Gefühlswelt. Alles kann, nichts muss und deswegen ist diese Platte auch so entspannt und nicht aufdringlich und überkandidelt. Wenn ihr Label Rookie Records die Texte grob in die Erlebniswelt „der Generation der 35- bis 40-Jährigen“ einordnet, finde ich das nicht ganz richtig. Love & Hate, Spass und Trauer begleiten schließlich jede Altersgruppe, werden aber zugegebenermaßen anders verpackt. Der Opener „Feuer Der Liebe“ ist mein Favorit auf „HALLO LEIDENSCHAFT“ und ein toller Song zum Hüften schwingen. Bei dem instrumentalen „Ehrenbär“ gönnt die Band ihrem Sänger und Produzent Oliver „Guz“ Maurmann die zweite Pause ohne auch nur im Ansatz einen Pausenfüller eingespielt zu haben. Aber auch für die Freunde des Klammer-Blues gibt es mit „Ende Der Nacht“ einen sehr souligen Track zum Kuscheln. Inklusive sind die gelungenen Cover der Klassiker „Shadow“ (The Lurkers) und „Sister Isabelle“ (Del Shannon) in deutscher Sprache.
Gibt es ein besseres Kompliment für ein Album als die Erkenntnis, dass der Reviewer eine tolle Band für sich entdeckt hat? Für März stehen einige AERONAUTEN-Shows in Deutschland an. U.a. Bang Bang Club in Berlin- see you there.
Sein Debüt hat der Dubliner ADRIAN CROWLEY 1999 noch komplett selber eingespielt. Das hat sich mittlerweile geändert, doch hat Adrian auf „SEASON OF THE SPARKS“ die reduziete Instrumentalisierung in seinen Songs beibehalten, die dadurch ihre Sensibilität und Zartheit bewahren konnten.
Sein nunmehr fünftes Album läßt die zurückliegenden 10 Jahre Revue passieren. Freunde, sein Umfeld und sein Innerstes will er durch „SEASON OF THE SPARKS“ für einen Moment festhalten. Das Album setzt nach der vergangenen Dekade einen Punkt nachdem seine Musik und seine Texte durch die Zusammenarbeit mit vielen Künstlern eine stetige Weiterentwicklung erlebten. Das bedeutet keinen Schlussstrich, sondern vielmehr ein Dankeschön. Sehr persönlich zelebriert Adrian den gegangenen Weg. Auf diesem Album sind so aussergewöhnliche Instrumente wie das Mellotron, das Harmonium und die Shruti Box zu finden. Die Beiträge von Cello und Violine sind dagegen schon fast gewöhnlich. Die erzeugte Atmosphäre ist empfänglich für Träumereien.
„SEASON OF THE SPARKS“ is like the best type of short story book where each tale seems magically connected to the rest. Maybe it´s the striking sense of incandescence that unites all the particular stories/ songs.“
Für meinen Geschmack hätte das Album mehr Abwechslung gebrauchen können. Es bleibt bei den sehr ruhigen und langsamen Nummern, die ein sehr einseitiges Bild abliefern, das sicherlich dem Können von ADRIN CROWLEY nicht gerecht wird.
Mit „EXPLODING HEAD“ veröffentlichen A PLACE TO BURY STRANGERS nach ihrem 2007 veröffentlichten Debüt (s/t) diesen Winter ihren zweiten Longplayer. Das Album passt perfekt in die dunkle Jahreszeit. 43 Minuten, die an die emotionale Schmerzgrenze gehen. Wer zart besaitet ist sollte seine Schnuffeldecke griffbereit haben.
Seit ihrer Gründung 2003 erspielten sich APTBS in der New Yorker Szene eine feste Position. Von nicht wenigen Medienvertretern der Metropole haben sie gar das Prädikat „loudest band“ bekommen. Düster, mächtig und beklemmend drückt ihre „Wall of Sound“ auch bei „EXPLODING HEAD“ auf den Hörer. Die Zerrissenheit und der Hang zum Selbstzerstörrerischen in ihrer Musik erinnerten mich sofort an Nine Inch Nails, auch wenn eine Verwechslung nicht möglich ist. Schneidene Riffs, scheppernde Drums, der hypnotisierende Gesang von Frontmann Oliver Ackermann geben den Songs über Sehnsucht, Verlangen, Verwirrung und gebrochenen Herzen das perfekt sitzende schwarze Kleid. Die 80er mit ihrem Dark-Wave und leichte Anleihen von Synthi-Pop sind nicht aufdringlich, aber nehmen eine wichtige Rolle ein. Das Noise-Brett und die Lautstärke der Tracks entstanden keinesfalls aus Verlegenheit, denn das Trio weiß mit seinen Instrumenten, die immer wieder durch Sound-Effekte ergänzt werden, meisterlich umzugehen. Mit den Songs „In Your Heart“, „Keep Slipping Away“, „Lost Feeling“, „Everything Always Goes Wrong“ oder „Ego Death“ beweisst die Band eine Entwicklung zu einem noch melodiöserem Sound und deutlich gesteigertem Tempo.
„Ich liebe die Gratwanderung zwischen dem Schönen und dem Furchterregendem“, erklärt Oliver zum neuen Album. Die A PLACE TO BURY STRANGERS hat diese Gratwanderung gemeinsam mit Sound Engineer Andy Smith (Paul Simon, David Bowie) erschreckend schön umgesetzt. Ende November stehen 6 Shows in Deutschland auf dem Tourplan der Band. Checken!