
Die RAMONES gehören unbestritten zu den schillernsten Ikonen des Punk. Sie füllten mit Eskapaden die Zeitungen der Eltern-Generation und mit ihrer Musik die Plattenschränke der Teenager. Was für sie wahrscheinlich nur eine lustige Idee war, läßt Marketing-Strategen auch heute noch das Wasser im Mund zusammen laufen. Ihr Band-Logo hat es 35 Jahre nach ihrer Gründung und 13 Jahre nach ihrem letzten Konzert in die Kaufhäuser „geschafft“ und schmückt heute die schmalen Brüste von pubertierenden Jungs, die normalerweise Hip Hop hören. Lange Haare, Lederjacke, Jeans und Turnschuhe waren ihr Markenzeichen und entwickelten sich vom Bühnenoutfit und Eye-Catcher zum Rock´n´Roll Standard. „Sheena Is A Punk Rocker“, „I Wanna Be Sedated“ und „Blitzkrieg Bob“ werden noch heute aufgelegt, gecovert und von Partygästen am frühen Morgen auswendig mitgesungen. Dieses Branding ist im Musikbereich fast einzigartig und so sympathisch, weil es echt und nicht konzipiert war.
„When we started up in March of ’74, it was because the bands we loved, the rock ’n’ roll that we knew, had disappeared. We were playing music for ourselves.“ Joey Ramone
Das ROCK CLASSIC Magazin widmet den vier New Yorker Jungs nun seine zweite Ausgabe. Biografien über eine der größten Punk Bands aller Zeiten gibt es natürlich zu Hauf und gerade deswegen wurde es Zeit den RAMONES in Magazin-Format zu huldigen. Das CLASSIC ROCK bietet sicherlich weniger Fakten, aber es wird auch nicht auf 300 Seiten staubtrocken und belanglos herum theoretisiert. Das Magazin glänzt durch seine vielseitigen Sichtweisen. Es kommen Musiker zu Wort, die trotz aller Professionalität und Jahren im Musik-Bizz ihr kindliches und hemmungsloses Fansein bewahrt haben. Bandmitglieder, Wegbegleiter, Zeitzeugen, RAMONES-Fans jeglicher Coleur liefern die Mosaikteilchen, die in ihrer Gesamtheit die RAMONES wahrscheinlich am besten beschreiben. Die immer wiederkehrende Frage warum diese Band trotz aller innerer Konflikte über zwei Jahrzente bestand beantwortet das Redaktionsteam mit der sehr interessanten These, dass die Band wahrscheinlich ohne diese Konflikte nie funktioniert hätte. Egal ob es ihre Musik, ihre gemeinsame Biografie oder die Persönlichkeiten ausserhalb des Bandalltags sind, die Retrospektive ist absolut gelungen. Ergänzt wird der Inhalt durch die 12 Tracks auf dem beigelegten „THE ROOTS OF THE RAMONES“ CD-Sampler. Unter anderen sind hier die New York Dolls, Johnny Thunder & The Heartbreakers, Gene Vincent und viele andere zu hören.
Tolles Magazin.
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